Transfer-Index

    

Erfolgreicher Transfer ist der Schlüssel zur Innovation. Die Entwicklung von Innovationen erfordert den Transfer. Transfer stellt aber nicht nur die Entwicklung von Innovationen sicher, Transfer gewährleistet auch die Sicherstellung von allen möglichen Wertschöpfungsprozessen, die zu Produkten oder Dienstleistungen führen. Transfer umfasst somit ein Leistungsgeschehen, das essentiell für Bildung, Forschung, Wirtschaft, Gesellschaft und Staat ist.

 

 

 

A

Akteur, Transferakteur

 

 

Ein Akteur ist als handelnde Person ein Ausführender einer Handlung und somit ein an einem Geschehen aktiv Beteiligter. Ein Transferakteur beteiligt sich somit aktiv handelnd am Transfergeschehen. Diese sind die Transfer-Promotoren, Transfergeber, Intermediäre und Transfernehmer

Brucksch, Falter, Bormann (2020)

Anreize, Transferanreize

Anreize sind verhaltensbeeinflussende Reize=Stimuli, die durch Schaffung bestimmter Bedingungen und durch Bereitstellung bestimmter Ressourcen Wirkungen, z.B. die Ausführung von Aktivitäten, erzielen.

Transferanreize sollen letztendlich Transferaktivitäten bewirken, initiieren, beeinflussen oder unterstützen. Anreize werden erst wirksam, wenn sie aktiv „aufgenommen“ werden.

Ein Transferanreiz ist somit ein Stimulus mit dem Zweck, im Innovationssystem ein bestimmtes Verhalten hervorzurufen. Dies kann u.a. sein, Erkenntnisse und Ideen zu generieren, Bedarfsmeldungen abzusetzen, und Regulationen und Gesetze zu initiieren.

Der Begriff Anreiz bzw. Transferanreiz findet häufig als Synonym für den Begriff Impuls bzw. Transferimpuls Anwendung.

>> vgl. Impuls, Transferimpuls 

Kirchgeorg (2019), Brucksch (2020)

Externalisierung     

Die Externalisierung ist als Prozess in einer (Transfer-)Institution definiert, welcher parallel oder nach dem/n Kernprozess/en der Institution stattfindet und aus dieser Institution hinausgerichtet ist (=Nach-Außen-Verlagerung).

Outputs (Transfergegenstände) des Transfergebers werden dabei durch Kommunikation, Umwandlung und Anpassung an Strukturen, Akteure und Prozesse des Transfernehmers angeglichen. Hierbei wird die Internalisierung der Outputs beim Empfänger als auch ihre Integration in die Kernprozesse des Empfängers erleichtert und sichergestellt.

>> vgl. Internalisierung                

Fuhrland, Bormann (2019)

Impuls, Transferimpuls

Als Impuls bezeichnet man einen Anstoß oder eine Anregung mit dem Ziel, eine gewünschte Veränderung einer bestehenden Sachlage in eine bestimmte Richtung zu initiieren. Häufig unterstützen mehrwertschaffende Ressourcen (Finanzierung, Infrastrukturen u.a.) diesen Impuls. Als Transferimpuls wird somit ein Anstoß oder eine Anregung verstanden, die zielgerichtete Transferaktivitäten anregt, initiiert und am Laufen hält.

Der Transferimpuls sollte im Transfergeschehen eine Wirkung zeigen bzw. einen Effekt erzeugen.

Der Begriff Impuls bzw. Transferimpuls findet häufig als Synonym für den Begriff Anreiz bzw. Transferanreiz Anwendung.

>> vgl. Anreiz, Transferanreiz   

Brucksch (2019)

Innovation

Eine Innovation ist eine Invention, die durch Ressourcenzuteilung, Weiterentwicklung, Transfer, Vermarktung und Anwendung eine wirtschaftliche, rechtliche, soziale oder organisatorische Neuerung darstellt. Eine Innovation setzt sich demzufolge aus einer transferierten Invention und Exploitation (=Verwertung, Nutzung der Invention) zusammen.

Goldhar (1980), Roberts (1987), Trommsdorff (1990), Brockhoff (1992), Möhrle & Specht (2018), Brucksch (2020)

Innovationssystem

Ein Innovationssystem ist das Zusammenspiel von Staat, Forschung, Bildung, Wirtschaft und Gesellschaft auf definierter organisatorischer oder regionaler Ebene, welches zu Erkenntnisgewinn, Wissensproduktion, technologischer Entwicklung und Innovation führt.

Das Leistungsgeschehen des Transfers (=Transfergeschehen) ist als Schlüsselgeschehen Bestandteil des Innovationssystems.           

Etzkowitz & Leydesdorff (2000), Brighton et al. (2015), Carayannis et al. (2017), Frietsch et al. (2015), Brucksch (2020)

Intermediär, Transfermittler       

Der Intermediär bildet ein Zwischenglied zwischen zwei unterschiedlichen Akteuren oder Strukturen. Er entfaltet treibende oder hemmende Prozesse zwischen den Akteuren.

Transfermittler sind Intermediäre. Als Transfermittler werden Einzelpersonen oder Organisationen definiert, die organisationsseitig intern oder extern verortet sind. Sie unterstützen die Transferpartner durch vielfältige Aktivitäten bei der Transferdurchführung (z.B. durch Informationsbeschaffung, Beratung, Kommunikation, Vermittlung eines Transferpartners =Matching). Intermediäre können dazu beitragen, Zielkonflikte der Transferpartner zu überbrücken und Barrieren des Könnens, Wollens, oder Dürfens zu überwinden oder zu verstärken. Sie können auch dabei unterstützen, die Passung zwischen den Transfergebern und Transfernehmern herzustellen.                                                   Corsten (1982); Brucksch, Falter (2020)

Internalisierung     

Die Internalisierung ist als Prozess in einer (Transfer-)Institution definiert, welcher vor dem/n Kernprozess/en dieser Institution stattfindet und in diese Institution hineingerichtet ist (=Nach-Innen-Verlagerung).

Durch den Internalisierungsprozess werden Transfergegenstände als Inputs von außerhalb der Institution durch Umwandlung und Anpassung an Strukturen, Akteure und Prozesse der Institution angeglichen und so ihre Integration in den die Kernprozesse des Transfers erleichtert und sichergestellt.

>> vgl. Externalisierung               

Fuhrland, Bormann (2019)

Invention                  

Die Invention ist eine neue, bisher nicht vorhandene Idee oder ein neuer, bisher noch nicht vorhandener Gegenstand. Allgemeinhin wird dies als Erfindung bezeichnet. Die Invention ist das Resultat des Erkenntnisgewinns aus forschenden oder beobachtenden Aktivitäten. Die Invention unterliegt wie die Innovation den gleichen Prozessen von Diffusion und Adoption.                            

Roberts (1987); Brucksch, Falter (2020)

Kausalkette              

Eine Kausalkette umfasst eine aufeinander abfolgende Reihe von Ursachen und Wirkungen, bzw. eine Abfolge von Ereignissen und Zuständen, die grundsätzlich in einer Reihenfolge aufeinander bezogen sind. Hierbei wird die Wirkung jeweils wieder zu einer neuen Ursache.

Die Ursachen (=Auslöser) und Wirkungen (=Effekte) im Transfergeschehen gehen auf Ressourceneinsatz und Impulsgebung zurück.        

Fuhrland, Brucksch (2019)

Kompetenz, Transferkompetenz    

Kompetenz beinhaltet (1) die Fähigkeit und Fertigkeit (Skill), in einem benannten und abgegrenzten Gebiet (Transfer-) Aufgabenstellungen zu lösen, (2) die Bereitschaft, dies auch zu tun und (3) die Erlaubnis dies auch durchführen zu dürfen (können, wollen, dürfen).

Transferkompetenzen umfassen somit
(a) allgemeine und fachliche Skills, um das Transfergeschehen zu gestalten (=Transferfähigkeit),
(b) die Bereitschaft, am Transfer teilzunehmen (=Transferbereitschaft),
(c) die Erlaubnis, Transferobjekte zu transferieren (=Transfererlaubnis) und
(d) die Passung zwischen Transfergeber und Transfernehmer herzustellen.
Nur wenn die Skills, die Bereitschaft und die Passung gleichzeitig vorhanden sind findet Transfer statt, falls dieser erlaubt ist. Die (kompetenzbasierte) Transferleistung wird dann als Produkt von

Transferfähigkeit x Transferbereitschaft x Transfererlaubnis bestimmt .

Falter, Brucksch, Bormann, (2020)

Kompetenzträger  

Ein Kompetenzträger (=Kompetenzinhaber) ist eine Person mit spezialisierten kognitiven und/oder physischen Dispositionen (=überdauerndes Personenmerkmal), die diese Person befähigen, zur Lösung einer bestimmte Aufgabenstellung Fähigkeiten und Fertigkeiten systematisch anzuwenden, um die geforderten Leistungen zu erbringen.

Beim Transfer stellen die entsprechenden Kompetenzträger die Transferunterstützung sowie die Aufrechterhaltung der Transferaktivitäten und damit des gesamten Transfergeschehens sicher.

Für eine erfolgreiche Transferunterstützung durch einen Kompetenzträger müssen bei dieser Person auch die Bereitschaft sowie die Autorisierung für die Transferaktivität resp. die Transferteilnahme vorhanden sein.

Grundsätzlich können Institutionen mit konstanter und wechselnder Personalbesetzung ebenfalls als Kompetenzträger fungieren.                                

Weinert (1999), Klieme (2004), Schweizer (2006); Brucksch, Falter (2020)

Relation,

Transferrelation     

Eine Relation ist im systemtheoretischen Verständnis eine Beziehung bzw. eine Kopplung zwischen zwei Elementen oder Subsystemen.

Als Transferrelation bezeichnet man die Beziehung/Koppelung zwischen Komponenten und Elementen des Transfergeschehens innerhalb eines Transfervorgangs, der sich innerhalb eines Innovationssubsystems oder zwischen Innovationssubsystemen abspielt.                                                                                                                                                          Bormann, Brucksch (2019)

Ressourcen,

Transferressourcen           

Eine Ressource ist ein (vorhandener) Bestand von etwas, das zum Betreiben eines Prozesses benötigt wird. Ressourcen werden als Mittel in Form von materiellen oder immateriellen Gütern eingesetzt, um Handlungen zu tätigen oder Vorgänge ablaufen zu lassen. Mit finanziellen, humanen, organisatorischen, physischen und technologischen Ressourcen lassen sich fünf Arten von Ressourcen unterscheiden. Transferressourcen sind dementsprechend die Mittel, die eingesetzt werden, um Transferaktivitäten, -vorgänge und –prozesse zu ermöglichen, zu betreiben und ablaufen zu lassen.                                                                                                                                        

Brucksch, Bormann (2019)

Ressourcenpool                    

Ein Ressourcenpool bezeichnet die Gesamtheit der innerhalb eines Systems verfügbaren Ressourcen (Kapital, Personal, Erkenntnisse, Technologien, Infrastruktur u.a.). Ein Ressourcenpool, bestehend aus Ressourcen, wird durch das Transfergeschehen verbraucht und kann auch wieder aufgefüllt werden. Ressourcen weisen in Abhängigkeit ihrer vorhandenen Menge einen Ressourcenpegel auf.                                                              

Fuhrland, Brucksch, (2020)

Rolle,

Transferrolle            

Der Begriff Rolle bezeichnet eine soziale oder operationelle Rolle, die ein Individuum als Akteur einnimmt. Die soziale Rolle beschreibt die Gesamtheit der Verhaltenserwartungen und der damit verbundenen Handlungsfreiräume, die an eine soziale Position oder an einen gegebenen Status gerichtet werden. Die operationelle Rolle beschreibt die beruflich a.G. von Weisungen, Kompetenzen und Qualifikationen zugewiesene Rolle.

Jeder Transferakteur nimmt entsprechend seiner Position bzw. seines Status eine Rolle im Transferprozess ein, die bestimmte Anforderungen bezüglich Transferskills und Transferbereitschaft stellt. Je professioneller eine Transferorganisation aufgestellt ist, desto präziser und umfassender sind Transferrollen (Aufgaben, Skills, Bereitschaft, Passung) definiert.

Die Begriffe Rolle, Akteur und Stakeholder sind klar voneinander abgrenzbar.                                                                   

Linton (1936); Brucksch, Falter (2020)

Stakeholder,

Transfer-Stakeholder              

Als Stakeholder werden Interessenseigner oder Anspruchsberechtigte bezeichnet. Dies können einzelne Personen, Gruppen oder Organisationen sein, die ein (berechtigtes) Interesse an der Initiierung, dem Verlauf oder dem Ergebnis eines Prozesses haben.

Transfer-Stakeholder haben ein berechtigtes Interesse an einzelnen Transferaktivitäten oder am gesamten Transfergeschehen. Sie müssen sich nicht zwangsläufig als handelnde Personen aktiv am Transfer beteiligen. Es können Interessenskonflikte zwischen unterschiedlichen Stakeholdern vorhanden sein, die vor dem Transfer herausgearbeitet und gelöst werden müssen.                                                                                                                                                                       Brucksch, Falter, Bormann (2020)

Strom,

Transferstrom

Der Begriff Strom (Wertstrom) beschreibt im Allgemeinen einzelne Ressourcenarten (s. Ressourcen), die sich im Transferprozess innerhalb einer Transferstruktur verändern, d.h. verbrauchen (Geld), mehren (Wissen) oder wandeln.

Ströme in Transfer- und Innovationssystemen sind komplexe, durch multidirektionale und multidimensionale Charakteristika geprägte Flüsse von Objekten zwischen den Subsystemen, ihren Institutionen, Gruppen und Individuen.

Ströme sind gegenüber Prozessen und Relationen klar abgrenzbar.                                                                                        Brucksch, Bormann, Falter, Günther (2020)

Struktur,
Transferstruktur

Eine Struktur beschreibt den eigentlichen Aufbau von Systemen unter Einbeziehung der Anordnung bzw. der Organisation der miteinander verbundenen Komponenten und Elemente und der zugeordneten Abläufe. Somit lassen sich die Aufbaustrukturen (Organisation) und Ablaufstrukturen (Prozesse) unterscheiden.

Eine Transferstruktur beschreibt entsprechend den Aufbau bzw. die Organisation und die Abläufe/Prozesse eines Transfersystems.

Brucksch (2020)

Subsystem                           

Ein Subsystem ist ein eigenständiger Bestandteil des Systems und bildet als Teilgesamtheit einen Teil der Systemgesamtheit ab.                                                                                                                

Brucksch (2020)

Subsystem Bildung              

Das Subsystem Bildung stellt ein Subsystem innerhalb eines gesamtvolkswirtschaftlichen Innovationssystems dar. Die Erkenntnis-, Wissens- und Wertevermittlung durch Lehrende oder Bildungstechnologien zur Kompetenzerweiterung des Lernenden ist besagtes Ziel der Aktivitäten im Subsystem. Innerhalb des Subsystems wird der Elementar-, Primar-, Sekundar-, Tertiär- und Quartär-Bereich unterschieden.                                                      

Brucksch, Falter (2020)

Subsystem Forschung              

Das Forschungssystem stellt ein Subsystem des Innovationssystems dar. Durch seine Leistungen bildet es eine zentrale Säule des Innovationssystems. Mit einer Vielzahl von unterschiedlich getragenen, organisierten und auf differenzierte Forschungsziele ausgerichteten Forschungsinstitutionen ist es innerhalb des Innovationssystems eines der vielseitigsten Forschungssysteme weltweit. 

Stakeholder, Prozesse, Strukturen, Kompetenzen, Technologien und Subkulturen bestimmen die Ressourcenflüsse und Leistungen des Subsystems Forschung.

Aus der Perspektive des Transfers ist die hochschulische Forschung von besonderem Interesse, da hier im Speziellen das gesamte Spektrum von Transferleistungen angeboten wird, jedoch zugleich aufgrund der komplexen Strukturen auch vielseitige Transferbarrieren bestehen.                                                                                                                                                Goldberg, Falter (2020)

Subsystem Gesellschaft         

Als ein Teilsystem des Gesamtinnovationssystems umfasst das Subsystem Gesellschaft sowohl alle Akteure in ihrer Rolle als Bürger*innen in ihrer jeweiligen Auseinandersetzung mit der Entstehung und Umsetzung neuen Wissens als auch Akteure der organisierten Zivilgesellschaft, die sich durch ihre formal organisierten, aber privaten, selbstverwalteten und von Freiwilligkeit gekennzeichneten Strukturen charakterisieren.

Abgegrenzt wird die Zivilgesellschaft gegenüber gewinnorientierten Unternehmen und Marktintermediären, öffentlichen Einrichtungen und ausschließlich innerfamiliären Strukturen.                                                                                                      Körber-Stiftung (2015), Civicus (2011), VanDyck (2017)

Subsystem Staat                   

Das Subsystem Staat wird definiert als Gesamtheit der politischen Institutionen, deren Zusammenwirken das dauerhafte und geordnete Zusammenleben der in einem bestimmten abgegrenzten Territorium lebenden Menschen gewährleisten soll. Er gestaltet ausschlaggebende Rahmenbedingungen für die Innovationsfähigkeit und lenkt Forschung und Wirtschaft, indem er neue Technologien und Produkte fördert, reguliert, steuert und Infrastrukturen bereitstellt. Das Ziel des Transfers aus der Perspektive des Staates ist Wirtschaftswachstum und gesteigerter volkswirtschaftlicher Wohlstand als auch Sicherheit sowie soziale und kulturelle Bereicherungen.  

Duden (2020), Frietsch et al. (2017), Brighton et al. (2015), Corsten (1982), Weissenberger-Eibl et al. (2011)

Subsystem Wirtschaft                

Das Subsystem Wirtschaft wird definiert als Gesamtheit privatwirtschaftlicher Institutionen, welche Angebot und Nachfrage stimulieren und regulieren. Dabei handeln ihre Akteure oder wirtschaftlichen Stakeholder auf eine sinnvolle Weise, indem (knappe) Ressourcen so verteilt werden, dass die Befriedigung menschlicher Bedürfnisse maximiert wird. Die Akteure des Subsystems Wirtschaft werden definiert als Institutionen, Gruppen und Personen, welche durch Planungs- und Umsetzungsaktivitäten das Subsystem aktiv beeinflussen. Die Institutionen umfassen dabei private Unternehmen von KMUs bis Großunternehmen und Konzerne, welche zu verschiedenen Sektoren und Branchen gehören. Das Ziel dieser Institutionen ist die Gewinnerwirtschaftung. Halböffentliche Institutionen werden sowohl dem Subsystem Staat als auch dem Subsystem Wirtschaft zugerechnet.

Stakeholder des Subsystems Wirtschaft sind die Besitzer dieser Institutionen, ihre Kunden, Mitarbeiter, Wettbewerber, Zulieferer, die zivile und kulturelle Gesellschaft mit verschiedenen sozialen Initiativen, der Staat, Forschung und Bildung.  Bendel (2019), Blum (2017), Zhao & Reisman (1992), Bormann (2019)

System

Ein System bezeichnet die Gesamtheit von Objekten, die sich in einem ganzheitlichen Zusammenhang befinden und durch die Wechselbeziehungen untereinander gegenüber ihrer Umwelt abzugrenzen sind. Der Begriff System bezeichnet folglich ein (wissenschaftliches) Schema mit Prinzipien, die einer Gliederung resp. Ordnung folgen. Bei Systemen lassen sich somit, entsprechend dem verwendeten Schema zur charakterisierenden Beschreibung, unterschiedliche Systemtypen unterscheiden.

>> vgl. Transfersystem                

Duden (2020), Brucksch (2020)

Technologie             

Eine Technologie ist die materielle Form bzw. eine Konfiguration von natur-, sozial- und ingenieurswissenschaftlichen Erkenntnissen zum Zwecke einer produkt- oder prozessorientierten Nutzung. Begleitwissen wird in dieser Definition bewusst exkludiert und in die Wissensdefinition inkludiert.

Technologie ist neben (explizitem und implizitem) Wissen eine von zwei möglichen Ausprägungen eines Transferobjektes.                                                     

Tschirky (1998), Bozeman (2000); Bormann, Brucksch (2019)

Transfer

Transfer bezeichnet einen Vorgang, der die Weitergabe von Gegenständen, Informationen und Wissen umfasst. Der Begriff leitet sich vom lateinischen transferre = hinüberbringen, übertragen ab.

Transfer kann als ein Leistungsprozess mit mehreren Phasen betrachtet werden, der die Weitergabe eines Transfergegenstands zum Ziel hat. Ein Transfergegenstand wird dabei von einem Transfergeber unter Nutzung von Transferaktivitäten direkt oder über Intermediäre an einen Transferempfänger weitergegeben, um ein Transferziel zu erreichen.

>> vgl. WTT                                     

Brucksch, Falter (2019)

Transfer Readiness, Transferreife           

Transfer Readiness (=Transfer-Reife) beschreibt, wie weit ein Erkenntnisobjekt entwickelt und als Transfergegenstand tauglich ist.

Transfer Readiness umfasst somit die kriterienbasierte und qualitätsgesicherte Bewertung des Entwicklungsstandes eines Erkenntnisobjekts oder eines Transfergegenstandes an einem bestimmten Punkt (Ort, Zeitpunkt) im Transfergeschehen. Die Bewertung wird angelehnt an die Technology Readiness Level Systematik (TRL).                               Falter, Brucksch (2019)

Transferabsicht

Der Begriff Absicht bezeichnet ein Bestreben und Wollen, eine oder mehrere Handlungen in der Zukunft, mit dem Ziel Erfolg zu erzielen, auszuführen.

Transferabsicht beschreibt somit ein vorsätzliches und beabsichtigtes Wollen oder Bestreben, Transferaktivitäten mit einer bestimmten Zielsetzung zu starten und erfolgreich zu Ende zu führen. Dies umfasst u.a. das Bestreben Erkenntnisse in transferfähige Objekte zu wandeln und von einem Transfergeber durch Transferaktivitäten zu einem Transfernehmer zu übertragen

Transferabsichten können innerhalb von Organisationen auf erhebliche Regulationen, Restriktionen oder Widerstände, jedoch auch auf Bereitschaft und Unterstützung stoßen.                                                                                                             Brucksch (2019)

Transferbarriere   

Eine Transferbarriere wird definiert als Hindernis oder Störfaktor im Transfergeschehen. Eine Transferbarriere behindert effektive und effiziente Transferaktivitäten, die Nutzung von Transferressourcen, erschwert die die Passung bzgl. Skills und Werten zwischen Transfergebern und Transfernehmer und kann damit das gesamte Transfergeschehen stören. Transferbarrieren beeinflussen das Transfergeschehen insgesamt negativ. Somit fällt auch ggf. die Transferleistung niedriger aus und der gewünschte Transfererfolg wird nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen erreicht. Die Entwicklung von Innovationen kann dann entsprechend eingeschränkt sein.              

Mazurkiewicz & Poteralska (2017), Jung (1980), Hölzle & Gemünden (2011), Hamm & Koschatzky (2020), Brucksch (2020), Falter (2020)

Transferbedingungen              

Ist etwas zur Verwirklichung von etwas anderem als Voraussetzung notwendig, so spricht man von Bedingung. Aus der Erfüllung oder Nichterfüllung einer Bedingung resultieren immer Folgerung oder Wirkung.

Transferbedingungen beschreiben somit die Voraussetzungen, die notwendig sind, um Transferaktivitäten und somit Transfergeschehen in einer bestimmten Umgebung und unter bestimmten regulativen Prinzipien ablaufen zu lassen oder betreiben zu können.         

Brucksch (2019)

Transferbereitschaft

Bereitschaft bezeichnet als Teil der (Transfer-)Kompetenz den entsprechenden Willen einer Person, eine Aufgabe zu übernehmen und eine Tätigkeit auszuführen (Wollen).

Transferbereitschaft bezeichnet die entsprechende Bereitschaft einer Person oder einer Organisation, Transfer durchzuführen und im Transfergeschehen mitzuwirken.                                                                                                              Brucksch, Falter (2019)

Transfereffekt, Transferwirkung     

Ein Effekt ist eine Wirkung resp. Auswirkung auf Sachverhalte, Situationen, Prozesse, Strukturen, Personen u.a. aufgrund der Anwendung eines Verfahrens, einer Tätigkeit oder der Festsetzung von Bedingungen.

Ein Transfereffekt ist die (Transfer)Wirkung, die der Transfergegenstand in Abhängigkeit von den Transferbedingungen im Transfergeschehen, zumeist am Ort des Transferempfängers, auslöst. Der Transfereffekt resp. die Transferwirkung ist ausschlaggebend für den Grad und den Umfang des Transfererfolgs. Der angenommene Transfereffekt wird in der Beschreibung der Zielgröße des Transferziels berücksichtigt.                                                                                                      Brucksch (2019)

Transferempfänger

>> vgl. Transfernehmer

Transfererfolg         

Als Transfererfolg bezeichnet man das Erreichen eines angestrebten Transferziels. Dieses soll durch ein zielorientiertes Vorgehen im Transfergeschehen erreicht werden. Das Transferziel kann, in Abhängigkeit von der Komplexität des Transfergeschehens, dem Betrachtungszeitpunkt im Transferprozess und dem Mitteleinsatz, mehrere Teilziele umfassen.

Für die Messung des Transfererfolgs gibt es zwei grundlegende Ansätze: (a) Mit „Effektivität“ wird der Zielerreichungsgrad beschrieben, welcher sich aus dem Soll-Ist-Vergleich ergibt. (b) Mit „Effizienz“ wird die Wirtschaftlichkeit einer Maßnahme erfasst, wobei die konkrete Messung in Form eines Output-Input-Vergleichs erfolgt.   Brucksch, Günther (2020)

Transfer-Erfolgs-Faktoren     

Transfer-Erfolgs-Faktoren (TEF) beschreiben, in Analogie zu KPIs=Key Performance Indicators, mit welchen Faktoren resp. Elementen im Transfergeschehen der Transfererfolg steuerbar ist.

TEFs können z.B. die Reduzierung der T-Barrieren oder die Erhöhung der T‑Absicht, T-Bereitschaft oder T-Fähigkeit sein.   Brucksch, Falter (2020)

Transfererlaubnis

Eine Erlaubnis ist das Zugeständnis oder die Erklärung, mit der bestimmte Aktivitäten zugelassen resp. genehmigt sind.

Eine Transfererlaubnis gestattet den Transfer eines Transfergegenstands und erlaubt das Betreiben von Transferaktivitäten. Die Transfererlaubnis hat eine hohe formaljuristische Bedeutung, da Transfer i.d.R. immer Urheber- und Schutzrechte berührt und hohe wirtschaftliche Auswirkungen haben kann. Eine fehlende oder unzureichende Transfererlaubnis ist eine erhebliche Transferbarriere.                                                                                                                  Brucksch, Falter (2020)

Transferfähigkeit

Als Fähigkeit (=Skill) wird die individuelle innere Disposition bezeichnet, d.h. die geistige, praktische Anlage, die ein Individuum zu etwas, i.d.R. zur Leistungserbringung, befähigt (Leistungsfähigkeit). Fähigkeiten sind ein Bestandteil der Kompetenz.

Die Transferfähigkeit bezeichnet das Vorhandsein der geistigen und praktischen Anlagen zur Durchführung von Transferaktivitäten und zur Ausgestaltung des Transfergeschehens.

Neben den fachlichen Skills auf Experten- bzw. Innovatoren-Ebene sind für das Betreiben von erfolgreichen Transferaktivitäten allgemeine Skills erforderlich. Dies sind insbesondere die Fähigkeiten der Selbst-/Eigenführung und des Zusammenarbeitens (koordinieren, kooperieren und kollaborieren).  Von besonderer Bedeutung für das Transfergeschehen sind die Fähigkeiten, Erkenntnislagen transferierbar zu machen, in Transfergegenstände zu wandeln und an Transfernehmer weiterzuleiten.

Transferfähigkeiten sind über ein Skill-Level-System bewertbar. Fünf Bewertungsebenen ermöglichen eine Einschätzung der vorhanden Transferfähigkeiten (0=nicht vorhanden, 1=Anfänger, benötigt Unterstützung, 2=Anwender, wendet Skills in gekannten Situationen selbstständig an, 3=Experte, wendet Skills in unbekannten Situationen an und kann Dritte unterstützen, 4=Innovator, disruptiert den Markt durch seine Fähigkeiten).

Die Einstufung der Transferfähigkeiten erfolgt grundsätzlich durch andere, d.h. ist eine Zuweisung durch andere.

Unterschiede bei den Transferfähigkeiten (T-Skills) von Transfergeber und Transfernehmer können zur Vorhersage und Erfolgsprognose über das Transfergeschehen insgesamt genutzt werden.                                                                           Falter, Brucksch (2020)

Transferformat       

Ein Format ist eine über Regeln festgelegte Form der Beschreibung der Ausgestaltung von Gegenständen, Sachverhalten oder Informationen und deren Ausprägung von Merkmalen.

Ein Transferformat beschreibt somit die Ausgestaltung des Transfergegenstands vor, während und nach dem eigentlichen Transferprozess. Das Transferformat beeinflusst die Wahl des Transfermediums und des Transferkanals und umgekehrt.                                                     

Brucksch (2019)

Transfergeber                        

Ein Transfergeber ist eine Person oder Institution, die Transferobjekte (=Transfergegenstände) für die Übertragung an einen oder mehrere Transfernehmer (=Transferempfänger) zur Verfügung stellt. Transfergeber sind Akteure im Transfergeschehen. Der Transfergeber beeinflusst durch seine Transferabsicht und Transferkompetenz, durch Priorisierung, Zielsetzung, Strategie und Ressourceneinsatz die Transfergeschwindigkeit, die Transferleistung und den Transfererfolg.              

Corsten (1982), Krogh & Köhne (1998), Cummings & Teng (2003), Brucksch & Bormann (2019)

Transfergegenstand

Ein Gegenstand ist eine materielle oder eine abstrakte Sache, die wahrnehmbar und abgrenzbar ist. Der Begriff Objekt wird synonym mit Gegenstand verwendet.

Ein Transfergegenstand (=Transferobjekt) ist in erster Linie Erkenntnis und Wissen, das von einem Transfergeber durch Transferaktivitäten zu einem Transfernehmer übertragen=transferiert wird. Erkenntnis und Wissen kann in verschiedenen Formen als abstrakte Sache (Wissensinhalte u.a.) oder materielle Sache (Technologie u.a.) vorliegen.

Somit werden zwei Arten von Transfergegenständen=Transferobjekten unterschieden, Technologietransferobjekte und Wissenstransferobjekte.

Technologietransferobjekte sind materielle Ausprägungen und Konfigurationen von Technologien in Form von Produkten, Verfahren und Prozessen.

Wissenstransferobjekte umfassen explizites und implizites Wissen; explizites Wissen wie Daten, wissenschaftliche Formeln, Dokumente und Anleitungen sowie implizites Wissen wie Intuitionen, Erfahrungen und Vermutungen zur Anwendung und Integrierung von explizitem Wissen und Technologien.

Wissenstransferobjekte können alleinstehend transferiert werden oder als notwendiges Begleitwissen für die spätere effektive Nutzung von Technologietransferobjekten. Auch Transferobjekte expliziten Wissens können Begleitwissen (immaterielles Wissen) erfordern.

Der Transfergegenstand steht im Mittelpunkt des gesamten Transfergeschehens. Die „Übertragung“ eines Transfergegenstands ist der eigentliche Zweck des Transfergeschehens

>> vgl. Transferobjekt                 

Teece (1977), Corsten (1982), Nonaka & Konno (1998), Brucksch (2019)

Transfergeschehen             

Der Begriff Geschehen beschreibt umfassend das, was vor sich geht und was sich ereignet. Beobachtbares Geschehen wird als Ereignis bezeichnet. Ein Ereignis entspricht damit einer Situation, die durch Veränderung, Aktivität und Dynamik geprägt ist und somit den Übergang von einem Zustand in einen Folgezustand umfasst. Das Gegenteil eines Ereignisses ist demzufolge ein Zustand.

Transfergeschehen bezeichnet entsprechend zusammenfassend die Gesamtheit aller Ereignisse beim Transfer, die durch Transferaktivitäten hervorgerufen und durch Transferstrukturen manifestiert werden.                                                Brucksch (2020)

Transfergeschwindigkeit

Die Geschwindigkeit beschreibt grundsätzlich, wie schnell sich ein Gegenstand im Raum-Zeit-Kontext bewegt oder verändert. Sie ist immer relativ zu einem Bezugssystem zu sehen.

Die Transfergeschwindigkeit gibt an, mit welcher Geschwindigkeit ein Transfergegenstand vom Transfergeber zum Transfernehmer übertragen wird. Entsprechend der Transfergeschwindigkeit kann ein Transferprozess wenige Tage bis Monate und Jahre dauern.                                                                                                                                                                         Brucksch (2020)

Transfergestaltung, Transferausgestaltung

Gestaltung ist ein Prozess, bei dem eine oder mehrere gestaltende Personen oder Institutionen eine materielle oder abstrakte Sache oder Sachlage entwickeln, erstellen, strukturieren oder verändern. Diese erhält durch den Gestaltungsprozess eine Ausgestaltung, also eine bestimmte Struktur, Ausprägung, Form und Erscheinungsbild.

Transfergestaltung beschreibt analog die gestaltenden Vorgänge im Transfergeschehen durch Transferakteure. Transferausgestaltung beschreibt die Strukturen und Prozesse und deren Ausprägung, den Ressourceneinsatz, die Form und das Erscheinungsbild des Transfergeschehens zu einem bestimmten Zeitpunkt.

Transfer-Erfolgs-Faktoren (TEF) haben einen maßgeblichen Einfluss auf die Transfergestaltung.                               

Brucksch (2020)

Transferindikatoren              

Ein Indikator ist ein Merkmal, dessen Ausprägung, Umfang oder Zustand als Kenngröße mess- und überprüfbar ist. Er beschreibt, woran das Eintreten eines bestimmten Sachverhalts, einer Situation oder eines Zustands beobachtet resp. gemessen werden kann.

Transferindikatoren beschreiben hierbei die unterschiedlichsten Aspekte des Transfergeschehens.

>> vgl. Tranfer-Erfolgs-Faktoren                                                                                                                                                               Brucksch, Falter (2020)

Transferinhibitor

Ein Inhibitor (=Hemmer) verhindert oder schränkt beabsichtigte Vorgänge und Reaktionen ein.

Entsprechend verhindert oder behindert ein Transferinhibitor den Transfervorgang und damit das Transfergeschehen. Der Begriff Transferinhibitor wird synonym zu Transferbarriere verwendet.

>> vgl. Transferbarriere               

Brucksch (2020)

Transferkanal          

Ein Kanal [lat. canalis ‚Rinne‘] ist ein (vor)geformter Übertragungsweg. Er verbindet mindestens zwei Punkte und ermöglicht das Strömen eines Mediums zu Transport- oder Übertragungszwecken von Informationen oder Gegenständen.

Ein Transferkanal beschreibt somit einen festgelegten „Weg“, der für den Transport eines Transfergegenstands (=Transferobjekt) genutzt wird. Dieser Weg erstreckt sich i.d.R. vom Transfergeber hin zum Transfernehmer und ermöglicht das Strömen eines Transferobjekts zu Übertragungszwecken. Ein Transferkanal ist durch die Eigenschaften der Beteiligten (Lobbyisten, Politiker, Wissenschaftler, Unternehmer u.a.) charakterisiert.   

Brucksch (2020), Hamm & Koschatzky (2020), Hilgers et al. (2010)

Transferkultur         

Der Begriff Kultur findet zwar vielfältig Verwendung, doch wird damit allgemeinhin die Gesamtheit der von einer Gemeinschaft selbstgestaltend hervorgebrachten Leistung bezeichnet. Selbstgestaltung unterliegt dabei einem System von Regelwerken und Richtlinien.

Als Transferkultur bezeichnet man entsprechend die Verankerung, die Ausprägung und die Auswirkungen von zielorientiert betriebenen Transferstrukturen und Transferaktivitäten innerhalb einer Leistungsgemeinschaft im gegenseitigen Austausch mit Transferakteuern aus Bildung, Wissenschaft, Wirtschaft, Gesellschaft und Staat.  

Brucksch (2020)

Transferleistung     

Die Transferleistung bezeichnet das Ergebnis eines Transferprozesses im Transfergeschehen eines Transfersystems. Der Transferprozess, der innerhalb eines Zeitraums abläuft, nimmt dabei die Funktion des Erzeugungs-/Erstellungsprozesses ein.

Transferleistung liegt, nach Durchlaufen eines Transferzeitraums, zumeist am Ort des Transferempfängers (=Leistungsempfänger) vor.

Transferleistung entspricht demnach den Auswirkungen/Wirkungen resp. dem Transfereffekt des Transfergegenstands beim Transferempfänger.

Brucksch, Günther, Falter (2020)

Transferlücke

Eine Lücke liegt dann vor, wenn an einer Stelle etwas fehlt, nicht ausreichend vorhanden ist und dies als Mangel empfunden wird.

Eine Transferlücke ist eine Lücke, die im linearen Transferablauf entstanden und auf Fehlstellen im Transfergeschehen zurückzuführen ist. Die Transferlücke hat keine, die nicht vollständige oder die zu langsame Übermittlung des Transfergegenstands zum Transferempfänger zur Folge.

Transferlücken entstehen durch eine suboptimale Ausgestaltung des Transfergeschehens. Dies schließt die Abwesenheit von Transfertreibern und die Anwesenheit von Transferbarrieren ein. Insbesondere Transferbarrieren sind die Ursachen für das Entstehen von Transferlücken.

Transferlücken können dazu führen, dass nicht alles, was transferiert werden soll auch transferiert wurde bzw. wird. Transferlücken entstehen auch, wenn die Transferierbarkeit oder die Transfer-Readiness des Transfergegenstands nicht erkannt wurde oder nicht gegeben ist.

Entsprechend verringern sich die ursprünglich angestrebten Auswirkungen und Effekte des zu übermittelnden Transfergegenstands beim Transfernehmer (=Transferempfänger). Infolgedessen kann die Innovationsleistung sinken.

Transferlücken können im gesamten Transfergeschehen und unter unterschiedlichsten Bedingungen entstehen. Sie wirken sich zumeist beim Transferempfänger aus.

Es lassen sich zwei Typen von Transferlücken unterscheiden:

  • Deckungslücke (cover gap): Lücke zwischen dem potenziell möglichen Umfang der Übermittlung eines Transfergegenstands von Transfergeber zum Transfernehmer und dem tatsächlich übermittelten Transfergegenstand. Deckungslücken können im gesamten Verlauf des Transfergeschehens auftreten.

  • Wirkungslücke (impact gap): Lücke zwischen dem potenziell möglichen Umfang der Nutzung/Wirkung des Transfergegenstands beim Transfernehmer und der tatsächlich entfalteten verringerten Nutzung/Wirkung (=Transfereffekt) beim Transfernehmer am Ort/Punkt des Transferziels. Wirkungslücken treten somit am Ort des Transfernehmers (=Transferempfängers) auf.

Transferlücken lassen sich durch das Management der Transferfähigkeiten, vorrangig beim Transfergeber, vermeiden bzw. deutlich verringern.             

Brucksch, Falter (2020)

Transfermedium    

Ein Medium dient der stofflichen oder inhaltlichen Vermittlung. Alltagssprachlich ist es mit dem Kommunikationsmittel oder Kommunikationsinstrument gleichzusetzen.

Ein Transfermedium bezeichnet somit das Vermittlungsinstrument, das den Transfergegenstand an den Transferempfänger überträgt. Besondere Bedeutung wird das Transfermedium zukünftig im Zusammenhang mit einem automated matching zwischen Transfergeber und Transfernehmer erlangen.                                                                   Brucksch (2020)

Transfermessung   

Eine Messung ist eine Tätigkeit zur Erhebung von Messwerten, die sich bestimmten Messgrößen zuordnen lassen.

Mit Transfermessungen werden Aussagen über quantitative und qualitative Ausprägungen von Zuständen und Sachverhalten im Transfergeschehen erhoben. Transfermessungen ermöglichen u.a. Aussagen über den Ressourcenverbrauch durch Transferaktivitäten, die Transfergeschwindigkeit, die Transferleistung, die Höhe der Transferverluste und den Umfang der Transfereffekte im Transfergeschehen.

Bei Transfermessungen werden die Ausprägungen von Zuständen und Sachverhalten im Transfergeschehen über Transferindikatoren gemessen.

>> vgl. Transferindikatoren       

Brucksch (2019)

Transfermittler                      

>> vgl. Intermediär                                                                                                                                           

A

Ein Inhibitor (=Hemmer) verhindert oder schränkt beabsichtigte Vorgänge und Reaktionen ein.

Entsprechend verhindert oder behindert ein Transferinhibitor den Transfervorgang und damit das Transfergeschehen. Der Begriff Transferinhibitor wird synonym zu Transferbarriere verwendet.

>> vgl. Transferbarriere               

Brucksch (2020)

Transfernehmer     

Ein Transfernehmer (=Transferempfänger) ist ein Individuum oder eine Institution, die Transferobjekte von einem oder mehreren Transfergeber/n empfangen. Transfernehmer gehen davon aus, dass der übertragene Transfergegenstand, in Abhängigkeit von der Transferumgebung, eine Wirkung/Effekt beim Transfernehmer entfaltet.

Der Transfernehmer beeinflusst durch seine Transferkompetenz und durch seinen Ressourceneinsatz den Transfererfolg. Jeder Transfernehmer kann im gesamten Transfergeschehen auch ein potentieller Transfergeber sein.

>> vgl. Transferempfänger        

Corsten (1982), Krogh & Köhne (1998), Cummings & Teng (2003), Brucksch (2020)

Transferobjekt        

Ein Transferobjekt ist ein Transfergegenstand. Die Begriffe werden synonym verwendet.

>> vgl. Transfergegenstand       

Transferorganisation               

Organisation bezeichnet sowohl den Prozess des Organisierens als auch eine formal geregelte Struktur eines arbeitsteiligen Systems. Letzteres ist die formale Zusammenstellung von Menschen und Ressourcen, die mehr oder weniger zielorientiert zusammenarbeiten.

Eine Transferorganisation verfolgt als Struktur das strategische Ziel, Transfer mit allen notwendigen Transferaktivitäten professionell zu betreiben und Transfergeschehen erfolgreich zu gestalten. Transferorganisationen können in größere Organisationen resp. Unternehmen eingebettet sein oder als eigenständige Einheiten operieren.                          

Brucksch, Falter (2020)

Transferpromotor  

Transferpromotoren sind Personen oder Strukturen, die einzelne Transferaktivitäten oder das gesamte Transfergeschehen aktiv fördern und mit entsprechenden Transferressourcen unterstützen. Häufig wird der Promotor auch als „Transferbotschafter“ verstanden, der mit vielen Transferakteuren in engem Kontakt steht und entsprechende Anreize und Transferimpulse einsetzt, um das gesamte Transfer- und somit das Innovationsgeschehen zu fördern.

Der Transferpromotor stellt den Gegenpart zum Transferinhibitor dar.

Hölzle & Gemünden (2011), Bruneel et al. (2010), Brucksch (2020)

Transferprozess      

Ein Prozess ist eine logisch verbundene Abfolge von Aktivitäten, die nach bestimmten Regeln durchgeführt werden.

Ein Transferprozess bezeichnet analog zur Grunddefinition die Abfolge von Transferaktivitäten, die notwendig sind, um Transfergegenstände von einem Transfergeber zu einem Transfernehmer zu übertragen.

Transfergeschehen wird nur durch Transferprozesse ermöglicht. Ein Transferprozess beginnt mit dem Vorhandensein eines (transferierbaren) Erkenntnisobjekts und endet mit der erfolgreichen Übernahme des Transferobjektes durch den Transfernehmer.

Der Transferprozess wird beeinflusst durch die Kompetenzen der handelnden Menschen, der Transferorganisationen, der Transfertechnologien und -instrumente und der Transferkultur.

Brucksch, Falter (2020)

Transfersystem                     

Ein Transfersystem bezeichnet die abgrenzbare Gesamtheit von Transferkomponenten und -elementen, die in einem ganzheitlichen Zusammenhang und durch Wechselbeziehungen untereinander die Transferaktivitäten verketten und somit das Transfergeschehen gestalten.                                                                        

Brucksch, Falter (2020)

Transferumgebung, Transfer Environment           

Der Begriff Umgebung bezeichnet die topologische Ausprägung von Nachbarschaften. Umgebung betrachtet somit einen Raum oder einen begrenzten Bereich mit unterschiedlichsten Lagebeziehungen von Objekten.

Die Transferumgebung ist somit definiert als Raum oder Bereich, in dem sich das Transfergeschehen mit seinen Akteuren, Strukturen, Prozessen, Rahmenbedingungen und den benötigten Transferressourcen abspielt und in dem Transfereffekte erkennbar werden.             

Brucksch, Falter, Bormann (2019)

Transferwert

Der Transferwert repräsentiert die quantitativ messbare wirtschaftliche Bedeutung des Transfergegenstands und des durch diesen erzeugten Transfereffekts. Maßgeblich wertgebend ist dabei der Transfereffekt, den der Transfergegenstand bei Transferempfänger erzeugt.

Der Transferwert kann auch als Wertbeitrag (Value added) beschrieben werden, den der Transfer leistet. Da dieser heute nicht beziffert und bezahlt wird, entstehen Transferlücken.                                                                                                       

Brucksch, Falter (2020)

Transferziel              

Der Begriff Ziel bezeichnet einen in der Zukunft liegenden, gegenüber dem jetzigen Zeitpunkt veränderten, erstrebenswerten und angestrebten Zustand. Ein Ziel ist ein festgelegter, definierter und angestrebter Endpunkt eines Prozesses resp. einer Handlung.

Ein Transferziel beschreibt damit den anzustrebenden Endpunkt der Transferaktivitäten im Transfergeschehen, z.B. die Wirkung des Transfergegenstands beim Transferempfänger.

Das Transferziel muss gemeinsam zwischen dem Transfergeber und dem Transfernehmer vereinbart werden, um bei beiden eine gemeinsame Vorstellung über den Umfang des Transfergeschehens zu erreichen. Ist das Transferziel erreicht, so liegt Transfererfolg vor.

Die Messbarkeit der Zielerreichung setzt die Definition einer Zielgröße und die Steuerung mit Erfolgs-Steuerungs-Faktoren voraus.                                      

Brucksch, Günther, Falter (2020)

Wissen   

Wissen wird in explizites und implizites Wissen geteilt. Explizites Wissen wird in Wörtern und Zahlen ausgedrückt (Daten, wissenschaftliche Formeln, Dokumente, Anleitungen u.a.). Implizites Wissen ist persönliches Wissen und nicht immer formalisierbar und kommunizierbar (Intuitionen, Erfahrungen, Vermutungen u.a.).

Wissen stellt neben Technologie eine der zwei möglichen Ausprägungen eines Transferobjektes/Transfergegenstands dar.                                                     

Nonaka & Konno (1998), Ackoff (1989)

Wissens- undTechnologietransfer WTT      

Wissens- und Technologietransfer (WTT) ist die intra- oder interorganisationale, horizontale oder vertikale Übertragung von Wissen und Technologie aus allen technologie- und wissensschaffenden Bereichen in andere Gebiete der Gesellschaft, Wirtschaft, Forschung, Bildung und des Staats.

Beim Transfer handelt es sich um einen komplexen, multidimensionalen und multidirektionalen Prozess, der erst erfolgreich ist, wenn er in den empfangenden Systemen durch Anwendung eine Wirkung erzeugt.                       

Brooks (1966), Corsten (1982), Bierfelder (1994), Bloedon & Stokes (1994), Wissenschaftsrat (2013)