Einblicke in Forschung und Entwicklung

Transfer, Transfergeschehen und Transfersystem

    

Erfolgreicher Transfer ist der Schlüssel zur Innovation. Die Entwicklung von Innovationen erfordert den Transfer. Transfer stellt aber nicht nur die Entwicklung von Innovationen sicher, Transfer gewährleistet auch die Sicherstellung von allen möglichen Wertschöpfungsprozessen, die zu Produkten oder Dienstleistungen führen. Transfer umfasst somit ein Leistungsgeschehen, das essentiell für Bildung, Forschung, Wirtschaft, Gesellschaft und Staat ist.

Transfer ist in einen komplexen Kontext aus Prozessen, Strukturen und Ressourcen eingebunden. Dies wird zusammenfassend als Transfergeschehen bezeichnet und ist in spezifischen Transfersystemen verortet. Transfersysteme lassen sich in strukturelle und funktionelle Systemtypen unterteilen. Die eigentliche Ausgestaltung des Transfergeschehen hängt von jeweiligen Typus des Transfersystems ab. Um Transfergeschehen zu analysieren, zu steuern und zu optimieren ist es notwendig dieses Transfergeschehen sowohl systemübergreifende wie auch systemspezifisch zu durchdringen, in Komponenten und Elemente zu zerlegen und zu beschreiben.

Nachfolgend werden solche Beschreibung auf wissenschafttheoretischer Ebene vorgenommen. Leitgebend sind dabei Kernfragen zum Transfer, die auf ausgewählte Themenfelder des Transfergeschehens zielen.

 

Existiert eine einheitliche Sichtweise auf Transfer? Wird eine einheitliche Fachterminologie genutzt?

Sprache erzeugt Wirklichkeit auf der Inhaltsebene. Die Verwendung einer definierten und eindeutigen Terminologie und eine fachliche Ausdrucksweise sind dabei prägend für den Sprachgebrauch und für das Sprachverständnis im und über das Transfergeschehen.

Was ist Transfer? Welche Transfer-Systeme existieren?

Wie findet Transfer statt?

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Transfer beschreibt Aktivitäten, die die Weitergabe von Gegenständen, Informationen und Wissen umfassen. Die Transferaktivitäten und die Transferbedingungen gestalten dabei das Transfergeschehen aus. Transfergeschehen findet in unterschiedlichen Transfersystemen statt.

Was bzw. welches Objekt soll transferiert werden? Wie ist das Transferobjekt gestaltet? Welche Merkmale hat es?

Transfer hat die Weitergabe von Transfergegenständen resp. Transferobjekten zwischen Transfer-Partnern zum eigentlichen Gegenstand. Das Transferobjekt ist dabei elementarer Bestandteil des Transfers. Ohne Transferobjekt kommt kein Transfer zustande. Entsprechend wichtig sind die Merkmale des Transferobjekts für den Transfererfolg.

Zwischen wem soll transferiert werden? Wer ist alles am Transfer beteiligt? Wie gestaltet sich der Transferdialog?

Ein Transferobjekt wird von einem Transfergeber unter Nutzung von Transferaktivitäten an einen Transferempfänger weitergegeben. Diverse Stakeholder, Intermediäre und Transferinstrumente sind in das Transfergeschehen eingebunden. Hierbei ist es für die Erreichung von Transferzielen notwendig, dass ein optimales Transfer-Matching zwischen allen Partnern stattfindet.

Warum und mit welcher Zielsetzung findet Transfer statt? 

Welche Anreize initieren Transfer? Wie wird Transfer sichergestellt?

Transfer der tatsächlich stattfindet, begründet sich aus einem Transferbedarf heraus. Der Transferbedarf ist das Ergebnis objektivierbarer Wissens-, Erkenntnis- oder Technologiebedürfnisse von Seiten der Transferempfänger. Transfergeschehen wird dann mit dem Ziel betrieben einen Transferbedarf mit entsprechender Transferleistung zu decken. Häufig sind dabei Anreize notwendig um die notwendigen Transferaktivitäten zu initiieren. Gezielte Maßnahmen können den Transfer absichern und sicherstellen.

Wo ist Transfer verortet? Welche Bedeutung haben organisatorische und infrastrukturelle Verortung von Transfer?

Transfer benötigt eine Verortung in Strukturen und Prozessen. Ohne organisatorische und infrastrukturelle Verortung ist Transfer kaum möglich. Spezielle, häufig fachlich geprägte Infrastrukturen tragen durch die Schaffung besonderer Rahmenbedingungen erheblich zum Transfererfolg bei.

Wie ist Transfer ausgestaltet? Welchen Reifegrad hat Transfer?

Was ist eine Transferlücke?

Transferaktivitäten laufen prozessorientiert in bestimmten Strukturen und unter bestimmten Bedingungen ab. Dieses kommt in der Gestaltung des Transfergeschehens zu Ausdruck. Die Ausprägung von Merkmale dieses Transfergeschehens lässt einen Rückschluss auf den Reifegrad der Transferaktivitäten zu. Suboptimale Ausgestaltung des Transfergeschehens kann dabei zu Transferlücken führen. Die Transferlücke ist eine Lücke bzw. ein Mangelzustand der durch die nicht vollständige oder zu langsame Übermittlung des Transfergegenstands entstanden ist.

Wie wirkt Transfer? Was ist Transferleistung?

Wann ist Transfer erfolgreich?

Transfer muss eine Wirkung entfalten, soll er erfolgreich sein. Transfer-wirkung bezeichnet dabei eine durch bestimmte Transferleistungen bewirkte Veränderung eines bestehenden Systems. Transferleistungen selbst ist das Ergebnis eines Transferprozesses im Transfergeschehen eines Transfersystems. Transferleistung liegt, nach Durchlaufen eines Transferzeitraums, zumeist am Ort des Transferempfängers (=Leistungsempfänger) vor. Als Transfererfolg bezeichnet man das Erreichen eines angestrebten Transferziels. Ausschlaggebend für den Umfang des Transfererfolgs ist der erkennbare Effekt (Auswirkung) beim Transferempfänger.

Was sind Transferbedingungen?

Was sind Transferkompetenzen?

Transfergeschehen läuft immer unter bestimmten Bedingungen bzw. Rahmenbedingungen ab. Bedingungen beschreiben dabei einen Zustand, von dessen Gegebenheit das Gelingen einer Transferaktivität oder eines ganzen Transfervorhabens abhängig ist. Um Transfer-geschehen unter Adressierung dieser Bedingungen zu gestalten, sind Transferkompetenzen notwendig. Transferkompetenzen umfassen Fähigkeiten und Fertigkeiten Transfer zu gestalten, die Bereitschaft am Transfer teilzunehmen und Transferobjekte auch zu transferieren und die Zuständigkeit, Transfer überhaupt zu betreiben können.

Warum benötigt man ein Transfermodell? Welche Modelle gibt es?

Wie sind Transfermodelle aufgebaut?

Ein Transfermodell ist ein vereinfachtes Abbild des tatsächlichen Transfergeschehens. Transfergeschehen umfasst dabei die Gesamtheit der Ausgestaltung mit Strukturen, Prozessen, Ressourcen und den Wirkzusammenhängen. Transfermodelle werden benötigt, um ein solches komplexes Transfergeschehen vereinfacht darzustellen, zu analysieren und nachzuvollziehen. Aufbau und Gestaltung von Transfermodelle können sehr unterschiedlich ausfallen.

Was sind Transferakteure?

Welche Rollen und Funktionen nehmen sie ein?

Ein Transferakteur ist der Urheber einer Transferaktivität oder ein Transferhandelnder. Er ist in jedem Fall aktiv am Transfergeschehen beteiligt. Transfer-Stakeholder bezeichnen neben den Transferakteuren auch weitere Personen, die ein berechtigtes Interesse am Verlauf oder Ergebnis des Transfergeschehens haben.

Wie kann man Transfer messen?

Welche Transferindikatoren gibt es? Welche Aussagen liefern sie?

Transfer ist über bestimmte Merkmale des Transfergeschehens mess- und somit überprüfbar. Die als Indikatoren bezeichneten Merkmale dienen als Kenngrößen für eine Entwicklung oder einen eingetretenen Zustand im Transfergeschehen. Transferleistung, Transfererfolg, Transferlücken und andere Transferzustände und Transfersachverhalte können damit dargestellt werden. Darüber hinaus können Indikatoren für die Erstellung prognostischer Aussagen über das Innovationsgeschehen verwendet werden.